Eine echte Kür in der Kurstadt – toller Frauenbasketball beim Bayernderby

Angels müssen sich am Ende einer sehenswerten Bundesligapartei geschlagen geben

TUS Bad Aibling Fireballs – TH Wohnbau Angels 78:74 (23:14, 19: 29, 20:15,16:15)

Tolle Stimmung, volle Halle, zwei motivierte Teams, klasse Aktionen, Spannung bis zum Schluss, am Ende leider mit dem besseren Ende für die heimstarken Fireballs. Dennoch liefern die TH Wohnbau Angels in Bad Aibling ihre beste Leistung im neuen Jahr ab und verlieren am Ende knapp und etwas unglücklich mit 74:78.

Im stimmungsvollen Firedome zu Bad Aibling fand das Duell der Wasserburgbezwinger statt, eine rein bayerische Angelegenheit. Angeführt von ihrer Topspielerin Lindsay Sherbert starteten die Fireballs gewohnt energiegeladen in die Partie und lagen früh in Führung.  Während der Aiblinger Korb wie vernagelt wirkte, zogen die Hausherren hauptsächlich durch eine Fülle von Freiwürfen auf und davon. Mit 23:14 schafften sie sich bereits ein respektables Polster nach 10 gespielten Minuten. Als die Gäste im zweiten Abschnitt anfingen, besser ins Spiel zu finden, auch einmal Ballgewinne erzwangen und Fast Breaks liefen, fing sich Nördlingens wichtigste Spielerin, Kim Pierre-Louis ihr drittes persönliches Foul ein und nahm  erst einmal auf der Bank Platz. Doch Schlott und Co ließen sich nicht entmutigen, fanden jetzt plötzlich bessere Lösungen und glichen innerhalb weniger Minuten auf 31:31 aus. Die kleine US-Amerikanerin auf Seiten der Angels riss das Match jetzt an sich, scorte selber von außen oder verteilte den Ball an ihre Mitstreiterin, wie zum Beispiel an Amenze Obanor, die zur Überraschung der Zuschauer mit der Sirene zur Halbzeit die 43:42-Führung für die Gäste in den Korb legte. Da hatte die Aufbauspielerin der Angels bereits 18 Punkte gesammelt, davon drei Dreier ohne einen einzigen Fehlwurf. Da war es wieder, das Angels-Team aus der Hinrunde, das mit Herz spielte und erfrischend schnell den Abschluss suchte. Auch im dritten Abschnitt boten die beiden bayerischen Erstligisten sehenswerten und unterhaltsamen Basketballsport und das Match blieb heiß umkämpft. War Sami Hill in Halbzeit eins noch ohne Korberfolg geblieben, übernahm sie jetzt Verantwortung. Zehn Punkte markierte die Kandierin im dritten Viertel und hatte maßgeblichen Anteil daran, dass ihr Team nach 30 Minuten noch gut im Rennen lag. Und so wogte das Match hin und her bis zur letzten Spielminute, als Aibling mit zwei erfolgreichen Abschlüssen vier Punkte in Führung ging (76:72) und die Angels nicht mehr gegenhalten konnten. Luisa Geiselsöder gelang zwar noch ein Korb, doch die Oberbayern hielten den Sieg mit 78:74 fest. Dass man Aibling 16 offensive Rebounds erlaubte und insgesamt den Kampf um die Abpraller mit 37:25 verlor, war wohl am Ende ausschlaggebend, dass das Bayernkrönchen nicht mit nach Nördlingen genommen werden konnte, doch die Leistung der Angels lässt die Verantwortlichen positiv auf die nächsten Spiele schauen, wo die ersten Pluspunkte für 2018 eingefahren werden sollen, zum Beispiel am kommenden Sonntag gegen Aufsteiger Heidelberg, mit denen man noch eine Rechnung offen hat.

In Bad Aibling  spielten: Laura Geiselsöder (4), Luisa Geiselöder (6), Sami Hill (11), Anni Mäkitalo (5/1), Amenze Obanor (2), Kim Pierre-Louis (16, 10 Reb.), Jen Schlott (20/3), Pauline Steinmeyer und Aleksandra Racic (10)

Bei den Fireballs stachen heraus: Engeln (18), Recoura (16), Sherbert (14), Waters (14).