Sensationelle Freiwurfquote reicht nicht für Sieg in Chemnitz

Chemcats Chemnitz – TH Wohnbau Angels 79:70 (9:21, 28:10, 22:21, 20:18)

Ein Satz mit X? Das war nix. Die TH Wohnbau Angels verlieren ihr letztes Spiel in 2017 am ungeliebten Freitag Abend in Chemnitz mit 70:79 und wirken nach dem ersten Viertel kraft- und ideenlos. Ob es an der strapaziösen Anfahrt lag oder am Kräfteverschleiß bedingt durch eine relativ kleine Rotation lag? Die Ursachenforschung ist beinahe müßig. Fakt ist, dass die Nördlinger sich auswärts deutlich schwächer präsentieren als zu Hause und nun mit einer Niederlage in die Rückrunde starten, die an sich nicht nötig gewesen wäre.

Nach langer und stressiger Anfahrt zeigten sich die Angels in Chemnitz zunächst alles andere als müde. Mit klaren Aktionen zogen sie gleich zu Beginn mit 8:1 davon wie um zu beweisen, dass man nicht nach Sachsen gereist war um dort Weihnachtsgeschenke in Form von Punkten zu verteilen. Sehr konsequent trugen die Rieserinnen den Ball unter den Korb und punkteten dort durch Pierre-Louis oder Luisa Geiselsöder. Auch von der Freiwurflinie blieben die Nördlingerinnen hoch konzentriert, trafen ihre Freiwürfe hochprozentig und lagen nach den ersten zehn Minuten mit 21:9 vorn.

Doch ein Basketballspiel hat nicht nur ein Viertel, sondern eben vier. Im zweiten Abschnitt gelang den Gästen vier Minuten lang kein Treffer, auch weil die Chemcats ihre Defense um mindestens zwei Härtegrade nach oben schraubten. Innerhalb kurzer Zeit gelang den Hausherrinnen nicht nur der Ausgleich, sondern sogar die erstmalige Führung. Als hätten sie ihr Erfolgsrezept in der Viertelpause vergessen, agierten die Angels nur noch von außen und ließen in der Verteidigung den nötigen Biss vermissen. Ein uncleveres Foul von Racic eine Sekunde vor der Halbzeitsirene bescherte den Chemcats zu allem Überfluss zwei Würfe von der Linie, so dass die Mädels aus dem Ries mit einem ernüchternden 37:31- Rückstand und hängenden Köpfen in die Kabine wanderten, nachdem sie den zweiten Abschnitt mit 10:28 abgegeben hatten. So sehr sich Pat Bärs Truppe auch mühte, das Bemühen wirkte iregdnwie kraftlos und uninspiriert. Die klare Linie des ersten Viertels war verloren gegangen und die Sächsinnen mussten nicht mehr tun als Standard-Repertoire abspulen. Der Vorsprung der Chemcats betrug fast durchgehend zehn Punkte und den Gästen gelang es nicht mehr, sich entscheidend heranzukämpfen. Am Ende steht eine 70:79-Niederlage zu Buche gegen ein Gastgebr-Team, das routiniert aber keinswegs überragend gespielt hatte. Ein deströses zweites Viertel, das man völlig unerklärlich mit 10:28 abschenkte, kostete einen durchaus möglichen Sieg im Sachsenland. Dabei trafen die Angels überragende 21 von 22 Freiwürfen und hatten mit 31 Rebounds acht mehr als Chemnitz, aber 18 Turnovers und acht Körbe aus dem Feld weniger machten letzten Endes den Unterschied. Mit der nunmehr fünften Saisonniederlage rutschen die Angels in der Tabelle von ihrem glänzenden dritten Tabellenplatz ins Mittelfeld ab. Es bleibt zu hoffen, dass man nach der Weihnachtspause wieder gut erholt an die grandiosen Leistungen der Hinrunde anknüpfen kann. Wahrscheinlich wird es gelingen, das für den 10.Januar terminierte Heimspiel gegen Saarlouis vorzuverlegen. Die offizielle Bestätigung steht zwar noch aus, doch alle beteiligten Parteien haben bereits grünes Licht signalisiert, so dass das nächste Heimspiel am Sonntag, den 7.Januar 2018 wie gewohnt um 16:00 Uhr stattfinden kann.

Für die Angels spielten: Luisa Geiselsöder (6), Laura Geiselsöder, Samantha Hill (14), Anni Mäkitalo (3), Kim Pierre-Louis (19), Aleksandra Racic (13), Amenze Obanor (2) und Jennifer Schlott (13).